Bauschadendiagnostik

Mess- und Analyseverfahren

Für die Bauschadendiagnostik sind wir mit umfangreicher Mess- und Analysetechnik ausgestattet. Sie erlaubt uns eine gezielte und schnelle Schadenaufnahme mit zuverlässigen Ergebnissen als Grundlage für die weitere Schadenbegutachtung und Bewertung des Schadenumfangs.
Bei der Bauschadendiagnostik werden zerstörungsfreie und zerstörende Verfahren unterschieden.

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Zerstörungsfreie Verfahren sind Luftdichtheitsprüfung, Endoskopie, Infrarot-Thermografie, Mikrowellen-Feuchtigkeitsmessung und Langzeit-Klimamessung mittels Datenloggern.
Zu den zerstörenden Verfahren zählen die Entnahme von Kernbohrproben aus Mauerwerk, Estrich und Beton sowie die Feuchtebestimmung mit dem CM-Verfahren und das Gitterschnittverfahren zur Bestimmung der Haftzugfestigkeit von Beschichtungen.
Weiterhin zu unterscheiden sind so genannte In-situ-Untersuchungen, die vor Ort vorgenommen werden, und Laboruntersuchungen, für die wir zunächst Proben aus Bauteilen entnehmen und dann anschließend an ein Labor zur Analyse versenden.



Luftdichtheitsprüfung (Blower-Door-Test)

Seit der Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) zum 01.02.2002 und der aktuellen EnEV 2009 zum 01.10.2009 stößt das Thema Luftdichtheit der Gebäudehülle auf immer breiteres Interesse in der Öffentlichkeit.
Wird eine Überprüfung der Anforderungen nach § 5b Abs. 1 EnEV durchgeführt, so darf nach DIN 13829 bei einer Druckdifferenz zwischen Innen und Außen von
50 Pa der gemessene Volumenstrom – bezogen auf das beheizte Luftvolumen – bei Gebäuden ohne raumlufttechnische Anlagen 3 h -1 (3-faches Luftvolumen) und mit raumlufttechnischen Anlagen 1,5 h -1 (1,5-faches Luftvolumen) nicht überschreiten.

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Insbesondere die folgenden Gründe sprechen für die konsequente Planung, Umsetzung und Kontrolle einer luftdichten Gebäudehülle:

  • Vermeidung der Tauwasserbildung in Folge von Dampfkonvektion: neben den daraus resultierenden Bauschäden sind hier insbesondere auch mögliche hygienische Folgen auf das Innenraumklima zu berücksichtigen.
  • Wärmeverluste durch unkontrollierte Fugenlüftung: über den teuren Wärmeverlust hinaus können die Undichtheiten vor allem auch die Behaglichkeit vermindern – z.B. Zugerscheinungen und trockene Luft in der kalten Jahreszeit.
  • Kosteneinsparung durch Anforderungserleichterungen hinsichtlich der einzuhaltenen Wärmedurchgangskoeffizienten U gemäß EnEV bei nachgewiesener Einhaltung der Luftdichtheitsgrenzwerte.

Zur Visualisierung von Luftleckagen in der Gebäudehülle werden die Infrarot-Thermografie, Nebelmaschinen und Anemometer (Luftgeschwindigkeitsmessgerät) eingesetzt.

 

Infrarot-Thermografie

Mit Hilfe der Infrarot-Thermografie dokumentieren wir für Sie die Oberflächen-temperaturverteilung der Gebäudehülle. Sie stellt damit eine zerstörungsfreie und schnell einsetzbare Mess- und Untersuchungsmethode dar, um wärmetechnische Mängel- und Bauschäden, wie beispielsweise Wärmebrücken, Luftundichtheiten und Durchfeuchtungsschäden, zu lokalisieren.
Um aussagefähige Messergebnisse zu erhalten, sind einige Randbedingungen einzuhalten und äußere Einflussgrößen zu berücksichtigen.

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Meteorologische Randbedingungen können folgende sein:
Temperaturdifferenzen zwischen innen und außen sollten für kontrastreiche Thermografen ausreichend hoch sein. Außenthermografien sollten vor Sonnenaufgang bzw. ohne Einfluss direkter Sonneneinstrahlung aufgezeichnet werden.
Außenthermografien können bei hohen Windgeschwindigkeiten und bei Schneefall verfälscht werden.
Weitere äußere Einflussgrößen der Infrarot-Thermografie sind der Emissionsgrad der thermografierten Oberflächen sowie die reflektierende Umgebungsstrahlung.
Die letztendliche Beurteilung der vorgefundenen Situation ist nur mit Sachverstand und Erfahrung möglich.



Feuchtigkeitsmessung (3D-Mikrowellen-Verfahren)

Durch Rastermessung können wir die Feuchtigkeitsverteilung des geschädigten Bauteils mit speziellen Messköpfen im Oberflächenbereich bis zu 3 cm tief wie auch im Volumen des Baustoffs bis 30 cm tief aufgenommen und kann als farbiges 3D-Feuchteprofil in einem entsprechenden Messfeld grafisch dargestellt werden.
Das Mikrowellen-Messverfahren gehört zu den dielektrischen Messverfahren, bei denen der Unterschied der Dielektrizitätskonstante (DK) von Wasser und des zu untersuchenden Baustoffes ermittelt wird. Wegen des großen Unterschiedes zwischen diesen beiden Werten lassen sich bereits kleine Wassermengen sehr gut und präzise detektieren.

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Insbesondere die Feuchtigkeitsmessung im Volumen des Baustoffes stellt eine wesentliche Erleichterung in der Bauschadendiagnostik dar, da über die Hälfte aller Feuchteschäden nicht an der Oberfläche entsteht, sondern dort lediglich sichtbar wird.
Die Feuchtigkeitsmessung und Visualisierung der Feuchtigkeitsbelastung erfolgt mit dem Mikrowellen-Feuchtigkeitsmesssystem Moist 200 B zerstörungsfrei, zeitsparend und versalzungsunabhängig.



Feuchtigkeitsmessung (CM-Verfahren)

Für die mobile Feuchtebestimmung von mineralischen Baustoffen (z.B. Zementestrich) ist die Calcium-Carbid-Methode mit dem CM-Messgerät praxisbewährt.
Bei dem CM-Verfahren reagiert das Calcium-Carbid mit Wasser bzw. mit der Feuchtigkeit des zu messenden Materials. Durch diese Reaktion entsteht ein Gasdruck in Form eines Acetylengas-Luftgemisches. Anhand der Einwaagemenge des Messgutes und dem angezeigten Druck kann direkt auf dem Manometer oder über eine Tabelle der jeweilige Feuchtegehalt in CM-% abgelesen werden.

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Baufeuchte ist der in Bauteilen, auf Bauteiloberflächen oder im Bauwerk vorhandene Feuchtegehalt, der auf einen technologisch bedingten Wassereintrag im Rahmen der Bauerstellung zurück zuführen ist. Nach einer angemessenen Lüftungs- und Heizphase sollte die Baufeuchte durch Trocknung auf eine übliche Ausgleichsfeuchte, die nicht zu Schäden führt, abgesenkt werden.



Langzeit-Klimamessung (Datenlogger)

Für die instationäre und Langzeit-Klimamessung der Raumtemperatur und der Luftfeuchtigkeit setzen wir elektronische Klimadatenlogger ein, die z.B. in Schlaf- und Wohnräumen im Wandbereich montiert werden.
Der Datenlogger wird vor seiner Positionierung hinsichtlich der Messintervalle kalibriert.
Die gemessenen Klimawerte werden in den vorgegebenen Zeitintervallen im Gerät zusammen mit Datum und Uhrzeit in einem elektronischen Speicher abgelegt.

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Über ein Computerprogramm werden die gespeicherten Daten ausgelesen und grafisch dargestellt. Ein spontaner steiler Abfall der relativen Raumluftfeuchte kennzeichnet z.B. das Öffnen eines Fensters zum Lüften. Ein steiler Anstieg der relativen Raumluftfeuchte hingegen weist für die betreffende Zeitperiode auf eine unterbrochene Außenluftzufuhr hin.
Somit lässt sich das Raumklima und das Nutzerverhalten bezüglich Heizen und Lüften über einen beliebigen Zeitraum nachverfolgen, um eine sichere Abgrenzung zwischen bautechnischen und nutzungsbedingten Schadenursachen vornehmen zu können.



Endoskopie

Endoskope sind optische Geräte und dienen zur Hohlraumuntersuchung. Sie bestehen aus in starre oder biegsame Rohre eingebrachten Glasfaserlichtleitern mit einer Lichtquelle und Optik am Rohrende zur visuellen Untersuchung von nicht zugänglichen Bauteilen. Endoskope werden durch kleine Öffnungen (Bohrungen) zerstörungsarm in das Bauteil eingeführt, um durch das Ausleuchten des Hohlraumes den Zustand des Bauteils zu besichtigen und fotografisch bzw. videotechnisch (Digitalkamera) zu dokumentieren.

 

Mikroskopie

Die Durchlichtmikroskopie ist geeignet für die Untersuchung von durchscheinenden Präparaten, wie z.B. Schimmelpilzuntersuchungen, Betonqualitätsprüfungen an Dünnschliffpräparaten und Holzuntersuchungen an Dünnschnittpräparaten.
Die Auflichtmikroskopie eignet sich für die Untersuchung von Präparaten, die durch das Mikroskop von oben her durch den Strahlengang hindurch mittels eigener Lichtquelle angestrahlt werden. Sie wird zur Beurteilung der Schichtdicke von Beschichtungen eingesetzt.

 

Toleranzmessung (Bautoleranzen)

Gewisse Maßabweichungen (Winkeltoleranzen, Ebenheitstoleranzen) sind beim Bauen nicht zu verhindern. Um Schäden an der Baukonstruktion zu vermeiden und eine wirtschaftliche Bauausführung zu erreichen, sind diese bei der Planung und Ausführung zu berücksichtigen. Sie können durch unvermeidbare zeit- und lastabhängige Verformungen sowie Verformungen aus Temperatur- und Feuchtigkeitseinwirkung verursacht sein. Zudem können Maßabweichungen materialbedingt und durch fehlerhafte Ausführung entstehen.
Sie werden mittels Rotationslaser, Maßstab, Richtscheid, Wasserwaage, Winkel und Lot festgestellt.

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Maßabweichungen beziehen sich auf die Größe, Gestalt und Lage von Bauteilen und Bauwerken. Die in den Normen DIN 18202 und DIN 18203 festgelegten Toleranzen stellen den Rahmen üblicher Sorgfalt dar und sollen im Regelfall angewendet werden. Prüfungen der einzuhaltenden Toleranzen sollten möglichst unmittelbar nach der Herstellung eines Gewerkes, spätestens jedoch bei der Übernahme der Bauteile und des Bauwerks durch das nachfolgende Gewerk, vorgenommen werden, um Verantwortlichkeiten bei Toleranzüberschreitungen zu sichern.
In den Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen sind für die jeweiligen Gewerke die einzuhaltenden Toleranzen festgelegt.



Universalortungsgerät

Zur zerstörungsfreien Suche nach Objekten in Wänden, Decken und Fußböden setzen wir ein Universalortungsgerät, das auf der Radartechnik basiert.
Je nach Material und Zustand des Untergrunds können Metallobjekte, Holzbalken, Kunststoffrohre, Leitungen und Kabel erkannt werden.
Von den gefundenen Objekten wird z.B. die vorhandene Rohrtiefe an der Oberkante des Objekts bestimmt. So können auch Bewehrungslagen in Stahlbetonbauteilen mit vorhandenem Stababstand und Betondeckung zuverlässig visualisiert werden.
Bei Fußbodenheizungen werden Lage und Achsabstand der Heizschleifen im Zementestrich festgestellt.